Ob Kontakte, Käsebrötchen, Container oder Gründerbüros: An diesem Morgen servierte die Wirtschaftsförderung der Stadt Viersen den über 60 Entscheidern aus Wirtschaft und Politik beim Unternehmertreffen „Frühstart“ eine Vielfalt, die so Manchen überraschte.
BusinessSpecial Networking: Gut versorgt – besser entsorgt
Viersener Unternehmerfrühstück bei der Entsorgungsgesellschaft Niederrhein mbH (EGN)

Pierre Vincent (EGN)

Katrin Liegner – Die neue Ansprechpartnerin der Wirtschaftsförderung für Unternehmen, die eine Kooperation mit einer Schule planen, stellte sich auf dem Frühstart vor.
Etwas mitnehmen und etwas davon haben solle jeder Unternehmer, der eine Viersener Wirtschaftsveranstaltung besucht! So erklärte Bürgermeisterin Sabine Anemüller die Intention des Treffens. Und damit dies auch an diesem Morgen gelang, sorgten die Verantwortlichen der städtischen Wirtschaftsförderung dafür, dass es beim Frühstück neben einem inhaltlichen Schwerpunkt vor allem eine interessante Mischung aus Jungunternehmen, KMU’s und hilfreichen Dienstleistern gab. Stattfand das Treffen im Hause der Entsorgungsgesellschaft Niederrhein mbH (EGN).
Das Viersener Unternehmen feiert in vier Jahren bereits sein 100-jähriges Bestehen. Gegründet wurde es 1923 unter dem Namen Trienekens. Begonnen als reiner Papierverwerter, wandte sich die Firma 1954 der Müllentsorgung zu und firmiert seit 2005 unter Entsorgungsgesellschaft Niederrhein. Einer der heutigen Geschäftsführer, Pierre Vincent, begrüßte die Gäste in der Kantinenhalle. In seiner Ansprache verdeutlichte er, dass die Geschichte eines Unternehmens auch die Menschen, die in ihm arbeiten präge. Mit 1088 Beschäftigten und einem Umsatz von rund 250 Millionen Euro zählt der Full-Service-Anbieter im Bereich Entsorgung und Recycling zu den Großen der Branche. In Viersen arbeiten 340 Mitarbeiter in der Zentrale an der Greefsallee. Pierre Vincent selbst stammt aus den Niederlanden und fühlt sich nach drei Jahren in Viersen, inzwischen fest in der Kreisstadt verwurzelt. „Bester Beweis, wie gut Holland und Viersen zusammenpassen, ist doch auch unsere Kooperation mit dem Erasmus-von-Rotterdam Gymnasium“, scherzte er.
Die enge Zusammenarbeit zwischen Schulen und Unternehmen ist ein zentraler Ansatz der Stadt Viersen, um Schüler in ihrer Berufswahlorientierung zu fördern und auf ihr späteres Berufsleben vorzubereiten. Aus diesem Grund vermittelt die Wirtschaftsförderung Kooperationen zwischen Schulen und ansässigen Firmen. Diese können vom Projekt bis zur intensiven Partnerschaft reichen. Frisch mit dieser Aufgabe betreut ist Katrin Liegner, Mitarbeiterin der Wirtschaftsförderung. Nähere Informationen finden Firmen auf der Seite der Stadt.
Heimatliebe und soziales Engagement
Das tatsächliche soziale Engagement der EGN geht aber weit über die Kooperation mit einer Schule hinaus. Umweltunterricht in vielen Schulen, die verlässliche Unterstützung zahlreicher lokaler Sportvereine und die Mitgliedschaft im Gewächshaus für Jungunternehmen sind weitere positive Beispiele. Seien es die 32 Azubis der EGN oder die zahlreichen Auspflanzungen aus dem Gewächshaus für Jungunternehmen, offensichtlich versteht sich die Kreisstadt darauf, den eigenen Nachwuchs für die Wirtschaft zu züchten. Neben der FamCare Erziehungshilfe, Resmo Trade, FM Consulting und der Deutschen Glasfaser mischten sich an diesem Morgen etliche aktuelle und ehemalige Mieter aus dem Gewächshaus unter die gestandenen Profis. Die kamen beispielsweise von der Sparkasse Krefeld, der Bauen und Leben GmbH, Sport Pergens, dem Allgemeinen Krankenhaus Viersen oder von der Batstar GmbH. Auch diese Firma wurde in Viersen gegründet. Sie gilt heute als Spezialist im Herstellen und Entwickeln von leistungsfähigen Akkus für Funkgeräte, mobile Datenerfassung und vielem mehr. Ebenfalls zu den heimlichen Viersener Experten gehört der seit über 60 Jahren vor Ort beheimateten Kunstoffverarbeiter und Compounder Hoffmann + Voss.
Unternehmer mit Humor – typisch Viersen
Dessen Geschäftsführer Ansgar Hoffmann sorgte, in der in das Frühstück integrierten Vorstellungsrunde aller Anwesenden, mit seinem Vortrag für einen herzlichen Lacher. „Unsere Arbeit klingt kompliziert – und ist sie auch!“ Überhaupt prägt genau diese Mischung aus Höflichkeit, Interesse, Engagement und Humor die Unternehmertreffen in Viersen. Ein weiterer Beweis? Da wäre Schwarzkopf & Henkel im Gewerbegebiet Mackenstein. Ebenfalls am Standort sozial engagiert und mit einer Schule in Viersen verbandelt, versprach die Standortleiterin Frau Dr. Dagmar Preis-Amberger an diesem Morgen scherzhaft. „Wir produzieren in Viersen sehr erfolgreich Haarfarbe und Zahnpasta und versprechen Ihnen, wir mischen sie nicht.“
Raum für neue Geschäfte
Wer das jetzt als Unternehmer liest und gleich die Tasche packt, um auch nach Viersen zu kommen, dem kann Norbert Bienen von Bienen & Partner sofort helfen. Zum ersten Mal, so erzählte er stolz in der Halle der EGN, vermittelt er als Projektentwickler nicht nur Immobilien, sondern baut mit dem Gewerbepark „Mein Werk“ selbst. Gestartet wird mit dem Projekt in Viersen in diesem Herbst. Mitte des Jahres 2020 könnten die ersten Käufer einziehen. Mehr Informationen zu „Mein Werk Viersen“.
Nach dem Frühstücken blieb noch viel Zeit für etliche und durchaus ernstere Gespräche im kleineren Kreis. Vor allem die zahlreichen Unternehmen aus dem Bereich der Entsorgung und Verwertung fanden schnell zueinander. Darunter der Abfallmanager Zwo G, die Mario Baum Entsorgung, die Dappen Abbruch und Recycling GmbH oder die Krettek Separation GmbH.








