Bäckerhandwerk zwischen Gründungsboom und Strukturwandel

Das Bäckerhandwerk erlebt derzeit eine bemerkenswerte Ent­wick­lung: Während die Zahl der bestehenden Betriebe weiter zurückgeht, entscheiden sich gleichzeitig immer mehr Menschen dafür, eine eigene Bäckerei zu gründen. 2025 wurden bundesweit 448 neue Bäckereibetriebe gegründet, so viele wie seit 2018 nicht mehr. Auch beim Umsatz konnte die Branche zulegen. Er stieg um 1,3 Prozent auf 18,14 Milliarden Euro. Doch hinter diesen positiven Zahlen stehen große Herausforderungen. Steigende Energie- und Personalkosten, zunehmende Bürokratie und der anhaltende Strukturwandel setzen insbesondere kleinere Betriebe unter Druck. Wie die aktuellen Zahlen einzuordnen sind und was sie über die Zukunft des Bäckerhandwerks und die Gründungsbereitschaft in der Branche zeigen, lesen Sie hier.

Gründungsbereitschaft trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Wer heute eine Bäckerei gründet, braucht Mut, Leidenschaft und Unter­nehmergeist. Umso bemerkenswerter ist die gestiegene Zahl der Neugründungen. Sie zeigt, dass die Bereitschaft zur Selbstständigkeit auch in einer traditionellen Branche weiterhin vorhanden ist.

Gleichzeitig kann von einer Entwarnung keine Rede sein. Die Zahl der handwerklichen Bäckereibetriebe insgesamt sank 2025 um 2,8 Prozent auf 8.689. Besonders kleinere Betriebe mit einem Jahresumsatz von bis zu 500.000 Euro sind vom Strukturwandel betroffen.

Laut Roland Ermer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks, arbeiten viele Betriebe bereits am Limit. Gestiegene Kosten und wachsende bürokratische Anforderungen erschweren die Situation zusätzlich.

Die aktuellen Zahlen zeichnen damit ein ambivalentes Bild. Das Bäckerhandwerk bleibt für Gründende attraktiv, gleichzeitig stehen bestehende Betriebe vor erheblichen wirt­schaft­lichen Herausforderungen. Die Ent­wick­lung macht deutlich, wie wichtig gute Rahmenbedingungen für Gründungen und die Zukunft bestehender Unter­nehmen sind.