Gründen aus Überzeugung oder weil der eigene Job plötzlich unsicher wird?

Immer mehr Menschen in Deutschland beschäftigen sich mit dem Schritt in die Selbstständigkeit. Das zeigen die aktuellen Zahlen der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Für den DIHK-Report Unter­nehmensgründung 2026 wurden die Erfahrungen der 79 Industrie- und Handelskammern ausgewertet. Grund­lage sind rund 200.000 Kontakte mit Gründungsinteressierten sowie eine Befragung von Gründenden, Startups und jungen Unter­nehmen.

Im Jahr 2025 stieg die Zahl der Einstiegsgespräche bei den IHKs um 13 Prozent auf 143.756. Bei den vertiefenden Gründungsberatungen wurde sogar ein Plus von 15 Prozent auf 27.637 verzeichnet. Von einem breiten unternehmerischen Aufbruch spricht die DIHK dennoch nicht. Vielmehr steht ein Teil dieser Ent­wick­lung im Zusammenhang mit der angespannten wirt­schaft­lichen Lage.

Selbstständigkeit als berufliche Alternative

36 Prozent der in den IHK-Gründungsberatungen begleiteten Personen geben an, vor allem aus Mangel an Erwerbsalternativen gründen zu wollen. Damit liegt der Anteil so hoch wie seit elf Jahren nicht mehr. Unsichere Beschäftigungsperspektiven, steigende Arbeitslosigkeit, Insolvenzen und Transformationsprozesse führen dazu, dass die Selbstständigkeit für manche Menschen zu einer neuen beruflichen Perspektive wird.

Davon betroffen sind laut DIHK zunehmend auch gut qualifizierte Beschäftigte. Besonders in industriegeprägten Branchen führen Personalabbau und strukturelle Veränderungen dazu, dass vorhandenes Fachwissen in neue, häufig dienstleistungsorientierte Geschäftsmodelle übertragen wird.

Gute Vorbereitung bleibt entscheidend

Eine berufliche Veränderung kann der Ausgangspunkt für eine erfolgreiche Selbstständigkeit sein. Gleichzeitig zeigt der Report, wie wichtig es ist, eine Gründung nicht zu überstürzen.

Bei 49 Prozent der betrachteten Geschäftskonzepte stellen die IHKs Defizite beim kaufmännischen Hand­werkszeug fest. 44 Prozent der Gründenden haben die Finanzierung ihres Vorhabens nicht ausreichend durchdacht. Auch unrealistische Umsatzannahmen, ein unklarer Kundennutzen oder eine noch nicht ausreichend definierte Zielgruppe zählen zu den häufigen Schwächen.

Wer die Selbstständigkeit als neue berufliche Perspektive in Betracht zieht, sollte deshalb frühzeitig prüfen, ob aus der eigenen Erfahrung und Idee ein tragfähiges Geschäftsmodell entstehen kann. Eine strukturierte Vorbereitung, realistische Finanzplanung und ein klarer Blick auf Zielgruppe und Markt schaffen dafür eine wichtige Grund­lage.

Weitere Infor­mationen und den vollständigen Report finden Sie hier.

Für weitere Fragen und Anregungen stehen wir dir gerne zur Verfügung: 

Lilian Brys (E-Mail:lilian.brys@viersen.de | fon: 02162 101 247)