IT NRW hat die Ergebnisse der Studie zum Thema „nachhaltig Gründen“ auf der Basis der Statistik der Unternehmensdemografie aus den Jahren 2009 bis 2014 errechnet. Fazit: Von den in 2009 in NRW gegründeten 62 856 Unternehmen waren nach einem Jahr noch 76,7 Prozent wirtschaftlich aktiv. Bezogen auf den Kreis Viersen waren von den 1084 in 2009 gegründeten Unternehmen nach einem Jahr mit 78,7 Prozent in 2010 noch etwas mehr aktiv.
Das verflixte dritte Jahr in der Gründungsphase
Aller Anfang ist für Gründer offenbar schwer. Bereits nach zwei Jahren sind etwa vier von zehn gegründeten Unternehmen schon wieder vom Markt verschwunden, nach drei Jahren sind es sogar gut die Hälfte. Hier reiht sich der Kreis Viersen in die Landesstatistik nahezu nahtlos ein, mit 61,2 Prozent überlebender Firmen im zweiten und 50,6 Prozent im dritten Jahr. Ab dem vierten Jahr steigen die Überlebenschancen in ganz NRW hingegen spürbar an. Hat sich ein Unternehmen also erst einmal am Markt etabliert, sinkt das Risiko des unternehmerischen Scheiterns deutlich. Fünf Jahre nach der Gründung existieren noch 37,5 Prozent aller neuen Unternehmen in NRW. Im Kreis Viersen schaffen es mit 38,1 Prozent aller Gründer etwas mehr, sich noch nach fünf Jahren am Markt erfolgreich zu halten.
Kreis Viersen bei Überlebensquote auf Augenhöhe mit dem Rhein-Kreis Neuss
Interessant sind auch die Ergebnisse der Studie je nach Kreis beziehungsweise kreisfreier Stadt in NRW. In puncto Überlebensrate für Start-ups lag die Bandbreite im gemessenen Zeitraum zwischen 30,8 und 47,5 Prozent . Hier schneidet der Kreis Viersen mit 38,1 % Überlebensquote im Vergleich beispielsweise zu den Städten Krefeld mit 33,5 % und der Stadt Mönchengladbach mit 36,7 % gut ab. In Zahlen sind das für den Kreis Viersen 413 Unternehmen, die den Sprung ins sechste Jahr geschafft haben. Im Vergleich der Kreise, bezogen auf den Regierungsbezirk Düsseldorf, bewegt sich der Kreis Viersen in Augenhöhe mit dem Rhein-Kreis-Neuss (38,0 %), liegt deutlich vor dem Kreis Wesel (37,3 %), muss sich aber dem Spitzenreiter Kreis Kleve (41,2) geschlagen geben.
Blickt man auf ganz NRW, zeigt sich, dass Neugründungen vor allem im Münsterland, in Ostwestfalen-Lippe und in Südwestfalen erfolgreich waren. Hier wurden – lässt man den Kreis Lippe und die kreisfreie Stadt Bielefeld außen vor – durchweg Raten über dem Landesdurchschnitt von 37,5 Prozent erzielt. Am schlechtesten standen die Überlebenschancen für neue Unternehmen in weiten Teilen des Ruhrgebiets, in der kreisfreien Stadt Düsseldorf sowie in den kreisfreien Städten Krefeld, Solingen und Remscheid. Im Jahr 2014 existierten hier nur noch weniger als 36 Prozent aller im Jahr 2009 gegründeten Unternehmen.
Guter Start für Gründer im Gewächshaus – ein Blick auf das Jahr 2014
Im Jahr 2014 wurden im Kreis Viersen 982 Unternehmen gegründet, das entspricht einer Gründungsquote von 7,3 Prozent. 11 von ihnen starteten im Gewächshaus für Jungunternehmen in der Stadt Viersen, in 2017 sind davon noch 10 auf dem Markt. Eine Erfolgsquote in der Überlebensrate, die weit über der für den Kreis insgesamt gemessenen liegt. Der Landesdurchschnitt der Gründungen liegt für 2014 bei 7,7 Prozent.
Stellt man die Überlebensraten den Gründungs- und Schließungsraten gegenüber, dann fällt auf: Das Risiko des Nicht-Überlebens ist vor allem in jenen Regionen hoch, in denen vergleichsweise viele Marktein- und Marktaustritte die Unternehmenslandschaft stetig verändern. In Regionen mit eher geringer Dynamik ist die Chance dagegen größer, dem Wettbewerbsdruck standhalten zu können. Als überdurchschnittlich beständig erwiesen sich Unternehmen des produzierenden Gewerbes (ohne Baugewerbe). Fast die Hälfte (48,4 Prozent) der 2009 in diesem Wirtschaftsbereich gegründeten 3.695 Unternehmen war auch 2014 noch wirtschaftlich aktiv. Eine unterdurchschnittliche Überlebensrate gab es dagegen im Gastgewerbe: Nach fünf Jahren existierten nur noch 26,7 Prozent der neuen Unternehmen.
