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Der Förderverein sorgt für einen biologisch lebendigen und geschlossenen Kreislauf

Optimale Startvoraussetzungen gibt es im Gewächshaus mit Unterstützung von Paul Mackes.

12 Jahre Gewächshaus, zehn Jahre Förderverein: Im Interview erläutert der Vereinsvorsitzende Paul Mackes, welche Philosophie der Verein vertritt und warum gerade die Kombination von Setzlingen und gestandenen Unternehmerpflanzen ein Viersener Alleinstellungsmerkmal ist.

Herr Mackes, der Verein Gewächshaus hat inzwischen einen hohen Bekanntheitsgrad in Viersen und in der Region erreicht, haben Sie mit dieser positiven Entwicklung bei der Gründung gerechnet?

Mackes: Es gibt viele unterschiedliche Ansätze um junge Unternehmen auf ihrem Weg in die Selbständigkeit zu unterstützen, wir aber wollten von Anfang an, das diese Menschen nicht abseits des realen Wirtschaftslebens ihre Geschäfte aufbauen, sondern dass sie schon als Setzlinge mitten in unserer heimischen Wirtschaftsflora auf bestem Nährboden gedeihen können. Das spiegelt sich im Standort des Gewächshauses inmitten der Innenstadt und in der Struktur unseres Vereines. Wir wachsen als Verein kontinuierlich und was besonders erfreulich ist, auch aus den Reihen der ehemaligen Gewächshausmieter.

Warum treten die ehemaligen Mieter später dem Verein bei?

Sie haben es in den schwierigen Anfangsjahren als äußerst positiv erlebt, wie Sie von den Mitgliedern gehegt und gepflegt worden sind und so durch weitergereichtes Fachwissen und die Weitergabe neuer Kontakte solide Wurzeln in Viersen schlagen konnten. Gute Beispiele sind hier Cichon Personalmanagement (www.cichon-pm.de) und EB Design (www.e-b-design.de), die beide inzwischen gut in Viersen wirtschaften.

Aber züchten sich die Mitgliederunternehmen dann nicht eigene Konkurrenten heran?

Ja das ist sicherlich der erste spontane Gedanke und ein Grund, warum es in anderen Städten nicht gelingt, solch ein Konzept umzusetzen. Unsere Mitglieder aber beweisen den nötigen Weitblick, indem sie über den Konkurrenzhorizont hinaus blicken. Wer soweit schaut, erkennt schnell, das es sich in einer Stadt, in der die Wirtschaft gesund und in einer hohen Artenvielfalt gedeiht auch selber besser wirtschaften lässt. Zum anderen werden aus unseren Setzlingen später einmal kräftige Pflanzen. Diese werden sich sicherlich an die Menschen und Unternehmen erinnern, die ihnen nicht die Sonne zum Wachsen versperrt haben, sondern die ihnen eine schützende Lichtung geschaffen haben, in der sie bestens wachsen konnten. Diese Verbundenheit spiegelt sich dann, so haben wir es schon oft erlebt, in der Nutzung von Synergien und Angeboten der Firmen sowie in der Empfehlung von Kontakten wieder.

Ist Ihnen darum der Netzwerkgedanken so wichtig?

Dieser Netzwerkgedanke ist einer der Grundpfeiler hinter der Ausrichtung des Gewächshauses und unseres Vereines. Vielleicht sogar des gesamten wirtschaftlichen Lebens in der Stadt. Die Kreisstadt Viersen zeichnet sich dafür aus, das sich Menschen in Initiativen oder Vereinen zusammenschließen, über die Grenzen politischer Lager und eigener Interessen hinweg, weil sie eine Version und ein Ziel vor Augen haben, dass sie erreichen wollen. Auf die Wirtschaft bezogen heißt das: Die städtische Wirtschaftsförderung verlässt ihre Schreibtische und besucht die Unternehmen vor Ort, auf Netzwerkveranstaltungen werden Möglichkeiten geschaffen, dass sich Viersener Unternehmen regelmäßig begegnen und im Gewächshaus wird dem Nachwuchs eine Chance eingeräumt. Wir distanzieren uns von der Anonymität und dem Einzelkämpfertum, dem viele Existenzgründer gerade in Großstädten ausgesetzt sind. Das ist ein unschätzbarer Faktor, der sich im Businessplan gar nicht kalkulieren oder planen lässt, mit dem aber junge Unternehmer in Viersen fest rechnen können.

Da ist der Kreislauf aber noch nicht ganz geschlossen?

Nein für uns wirklich geschlossen wird der Kreislauf, wenn die jungen Unternehmen auch nach ihrem Auszug in Viersen Wurzeln schlagen und hier geschäftliche Erfolge generieren können. Gelingt das, dann haben wir in Viersen alles richtig gemacht. Anhand einiger best-practise Beispielen lässt sich ablesen, dass unsere Idee keine Spinnerei, sondern funktionierende Realität ist. Und das Allerbeste daran ist: Durch den turnusmäßigen Wechsel der Mieter im Gewächshaus wird immer wieder neuem Nachwuchs die gleiche gute Chance geboten.